Die deutsche Volksgruppe in Georgien

Die Deutschen haben eine sehr wichtige Rolle bei der Verbreitung der deutschen Sprache, Erziehung der Fachkräfte und Popularisierung der europäischen Kultur in Georgien gespielt.
Ausser den Kolonisten gehörten zur deutschen Einheit von Tiflis folgende Menschen: Deutsche, die von der Schwarzmeerküste ausgewandert waren; Arbeiter von Wolgagebiet; Deutsche aus dem Baltikum, die in verschiedenen hohen Ämtern gewesen waren. Zu dieser Einheit gehörten auch die Bürger des deutschen Reichs und Österreicher, die zusammen mit anderen Menschen (Händler, Betriebsarbeiter, Maler, Musiker) zuerst in Georgien auf der Durchreise gewesen waren und dann ihre zweite Heimat hier gefunden haben. Überwiegend wohnten Deutsche an der linken Seite von Mtkwari.

Der perspektivische Plan der Bebauung der deutschen Siedlung am linken Ufer von Mtkwari in Tiflis (XIX J.h.)

In Tiflis funktionierten eine lutherische Kirche, eine deutsche Schule, staatliche und private Kindergärten. Die Apotheken, die in der Stadt funktionierten, waren praktisch alle von Deutschen (Koch, Semmel, Otten und von anderen) gegründet worden. Die Deutschen haben Lehranstalten, öffentlich-religiöse Institutionen und kulturell-wirtschaftliche Organisationen eröffnet, unter denen folgende auszuzeichnen sind: Gemeinde von Deutschen in Tiflis, wohltätige Gesellschaft bei der Schule der evangelisch-lutherischen Kirche, evangelisch-lutherische wohltätige Frauengesellschaft, Kasse der Witwen und der Waisen von transkaukasischen evangelisch-lutherischen Priestern und Lehrern, Verwaltungskantorei der Kolonisten, Aufsicht über deutsche Kolonien in Transkaukasien, Tiflisser deutsche Peter-und Pauls Lehranstalt.
Die Gemeinde von Deutschen in Tiflis wurde am 1. Januar 1852 gegründet. Sie hatte solche Ziele wie die Annäherung der gebildeten Menschen, die Vervollkommnung ihrer Kenntnisse, fruchtbare Benutzung ihrer Freizeit: Erholung und Unterhaltung, Organisierung der Musik-und Dramenabende, Hören der wissenswerten Lektionen und andere Veranstaltungen. Bei der Wahl der Gemeindeglieder waren wichtig nicht ihre Stellung, sondern ihre persönliche Würde, das Benehmen und Verhältnisse zwischen ihnen. Jährlich wurden die Ältesten, deren Pflicht die Aufsicht über die Einhaltung des Statuts war, gewählt.
Ein richtiges Ereignis im Leben der Gesellschaft der Deutschen in Tiflis war in den 90-er Jahren des 19. Jahrhunderts die Gründung der Tiflisser evangelisch-lutherischen wohltätigen Frauengesellschaft. Die Gesellschaft machte es sich zur Aufgabe, den bedürftigen Begründern der evangelisch-lutherischen Konfession zu helfen. Sie unterstützte die Alten mit besonderen Arten der Wirtschaftshilfe, leistete Hilfe mit Lebensmitteln, dem einmaligen periodischen Geldbetrag und Brennstoff. Die wohltätige Gesellschaft half auch bei der Arbeitssuche.
1819 hat man an der Ecke der Kirochnajastrasse (Marjanischwili) und Michailovavenue (Aghmaschenebeli) die lutherische Kirche gebaut. Zuerst war diese Kirche aus Holz, bald ist sie verbrandt, und in den 20-er Jahren wurde ein kleines Gebäude aus Stein gebaut. 1897 wurde diese Kirche nach dem Projekt von Architekten L. Bielfeld umgebaut und Peter- und Paulkirche benannt.


Peter- und Paulkirche in Tiflis
Richard Mayer wurde zu ihrem Pastor eingesegnet.




Die Familie des Pastors Richard Mayer


Die sowjetische Macht hat diese Kirche geschlossen, man ließ den Pastor verhaften, und im Jahre 1935 wurde Richard Mayer erschossen. 1944 war das Kirchengebäude abgebaut. In diesem Zeitraum existierte in Alexanderdorf die lutherische Kirche der Himmelfahrt der Mutter Gottes.
Erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und nach der Gründung der Assoziation „Einung“ ist es möglich geworden, den lutherischen Gottesdienst wieder zu feiern. In der Anfangszeit hielten der Vater und der Sohn Dreiling den lutherischen Gottesdienst. Nach ihrem Umzug nach Deutschland wurde Herr Harry Asikow zum Pastor der Kirche eingesegnet. 1995 hat die Assoziation “Einung” unter Vorzugsbedingungen ein Grundstück in der T. Graneli-straße bekommen (der ehemalige deutsche Friedhof). Auf diesem Grundstück hat Professor der Universität Saarbrücken Dr. Gerd Hummel die “Versöhnungskirche” bauen lassen. Nachdem Dr. Gert Hummel in Rente gegangen war, zog er nach Tbilissi und wurde später Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Georgien (ELKG).


Bischof Dr. Gert Hummel


Die neue Kirche

Gert Hummel ist 2004 verstorben. Zur Zeit hält den Gottesdienst in der „Versöhnungskirche“ Bischof Dr. Hans-Joachim Kiderlen.

Bischof Dr. Hans-Joachim Kiderlen

1999 wurde eine evangelisch-lutherische wohltätige Organisation „Diakonisches Werk“ in Georgien gegründet. Da gibt es ein Altersheim, eine Medizinabteilung und einen Speiseraum für besonders Bedürftige. Der zweite Speiseraum war für Mitglieder der “Einung” von der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit Deutschlands (GTZ) eingerichtet. Zur Zeit funktioniert diese Sozialstation in der Begegnungsstätte der Assoziation und nimmt Geldmittel des diakonischen Werks in Anspruch.

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